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Ein kurzer Ausflug in den Grunewald im Herbst

Am ersten Novemberwochenende zog es mich in den zauberhaften Grunewald. Mit der Leidenschaft eines Entdeckers lief ich die drei Kilometer vom S-Bahnhof Halensee dahin, vorbei an dem öden Platz, der vor 100 Jahren den Lunapark beherbergte und den protzigen Villen des berliner Vorstadtadels, die im sanften Licht der Herbstsonne protzig das gesamte Viertel bestimmen.

Ich wählte einen neuen Weg, vom Schmetterlingsplatz aus direkt an den Häusern entlang in den Wald, und als ich ihn beschritt, fand ich mich nach wenigen Schritten bereits in einem Meer aus goldenen Buchen- und Ahornblättern wieder, die wie ein leuchtender Teppich den Boden bedeckten. Mit einem Gefühl der Glückseligkeit wanderte ich eine Weile und fand irgendwann eine kleine Lichtung mit gemütlich bemoosten Ast zu meiner Rechten. Dort richtete ich mein Picknick her, setzte mich auf den Ast und genoss jedes Stück meines selbstgemachten Sushi und meinen duftenden grünen Tee. Jeder Bissen war ein kleiner Genuss, jeder Schluck eine Umarmung für die Seele.

Nach diesem kleinen Festmahl stiefelte ich weiter durch das raschelnde Laub, in das die Strahlen der warmen Sonne tanzten. Mit jeder Sekunde wurde mir bewusst, dass dies einer der letzten warmen Tage des Jahres war. In meinem Herzen trug ich die Freude über diesen Augenblick, über das Geschenk, die Natur und die ausschweifende Schönheit des Lebens draußen in vollen Zügen erleben zu dürfen.